Sie möchten ein Kind adoptieren...

Um die Aufnahme eines Adoptivkindes aus Deutschland können sich bei EVAP alle Paare bewerben, die im Bereich der Evangelischen Kirchen Rheinland, Westfalen und Lippe leben.

Außerdem können sich auch Paare, die in Niedersachsen leben um die Vermittlung eines Kindes aus dem Netzwerk "Notruf Mirjam" bewerben. Als Kooperationspartner des Landesvereins für Innere Mission Hannover ist EVAP für die Vermittlung der Kinder zuständig, die im Rahmen von "Notruf Mirjam" der Adoption bedürfen.

Leider können wir im Jahr 2017 nur eine begrenzte Anzahl von Bewerbungen annehmen, da die Finanzierung dieses Arbeitsbereiches auch in diesem Jahr für den  Evangelischen Verein eine große Herausforderung darstellt. 

Für Kinder, die aus unterschiedlichen Gründen nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen können, suchen wir geeignete Adoptiveltern. Bei der Vermittlung orientieren wir uns ausschließlich an den Bedürfnissen des Kindes. Ob bei Ihnen die Voraussetzungen für die Aufnahme eines Kindes vorliegen, können wir erst dann beurteilen, wenn wir Sie persönlich kennen gelernt haben. Unabhängig davon möchten wir Sie aber schon jetzt über die Kriterien informieren, die wir in der Regel bei der Vermittlung berücksichtigen:

  • Sie müssen geschäftsfähig, verheiratet und älter als 25 Jahre sein.
  • Lebensverkürzende bzw. stark beeinträchtigende Krankheiten müssen ausgeschlossen sein und Ihre wirtschaftlichen Verhältnisse gesichert sein.
  • Grundsätzlich halten wir es aus Kindesperspektive für sinnvoll, dass der Altersabstand zwischen Kind und Annehmenden nicht mehr als etwa 40 Jahren beträgt.
  • Wenn es in Ihrer Familie schon Kinder gibt, soll das anzunehmende Kind das jüngste sein. 
  • Geschwisterbeziehungen sind wichtig im Leben von Menschen und müssen bei der Vermittlung beachtet werden. 
  • Um dem Kind die Integration in seine neue Familie zu erleichtern, soll das Kind in dieser Phase nur von den Eltern betreut werden. Deshalb sollte mindestens ein Elternteil dem Kind in hohem zeitlichen Umfang zur Verfügung stehen.

Üblicher Ablauf einer Adoptionsvermittlung

Wir laden Sie als ersten Schritt zu einem unserer Informationstage ein, wenn Sie sich mit der Aufnahme eines "unserer" Kinder intensiver auseinandersetzen wollen. Der Besuch einer unserer Informationstage, die i. d. R. viermal jährlich stattfinden, soll Ihnen eine Hilfe sein zu entscheiden, ob Sie sich bei EVAP bewerben möchten.

Bewerbung

  • Nach Ihrer Entscheidung, sich bei EVAP verbindlich zu bewerben, füllen Sie unser Antragsformular aus und senden es uns zusammen mit ausführlichen persönlichen Lebensberichten und Fotos zu.
  • Wir vereinbaren mit Ihnen Gespräche, um Sie persönlich kennen zu lernen und um mit Ihnen gemeinsam herauszufinden, für welches Kind Sie geeignet sind. 
  • Nach Abschluss der Gespräche erhalten Sie schriftlich Bescheid, ob wir Sie grundsätzlich für geeignet halten, eines „unserer“ Kinder aufzunehmen. 

Vermittlung

Adoptionsvermittlung im Inland bedeutet in der Regel Säuglingsvermittlung. In den meisten Fällen wenden sich schwangere Frauen schon vor der Geburt ihres Kindes an EVAP, wenn sie sich mit der Adoption ihres Kindes auseinandersetzen.

Adoptionsformen:

  • offene Adoption: das bedeutet, es gibt ein persönliches Kennenlernen der zukünftigen Adoptiveltern vor der Geburt des Kindes. Der persönliche Kontakt kann auch nach der Vermittlung des Kindes bestehen bleiben ohne das Inkognito der Adoptiveltern zu wahren.
  • teiloffene Adoption: es werden persönliche oder briefliche Kontakte unter Wahrung des Inkognitos der Adoptiveltern gehalten. Die Kontakte werden durch die Adoptionsvermittlungsstelle begleitet.
  • Inkognito-Adoption: bei dieser Adoptionsform kennen die annehmenden Eltern die Identität der leiblichen Eltern, da dies aufgrund der zur Adoption erforderlichen Geburtsurkunde des Kindes nicht anders machbar ist. Die leiblichen Eltern kennen den Nachnamen der Adoptiveltern und deren Wohnort nicht. Es bestehen keinerlei Kontakte zwischen Adoptiveltern und leiblichen Eltern.

Grundsätzlich gilt, dass sich Offenheit zwischen abgebenden und annehmenden Eltern nicht „verordnen“ lässt. Sie kann wachsen, wenn gegenseitige Akzeptanz besteht. Die Adoptionsvermittlungsstelle fördert die gegenseitige Akzeptanz und ermutigt, zu eigenen Wünschen und Grenzen zu stehen.

Den Bedürfnissen des Kindes und den Wünschen der leiblichen Mutter / Eltern entsprechend werden Sie von uns als zukünftige Adoptiveltern ausgesucht und auf das zu erwartenden Kind vorbereitet. Handelt es sich um ein voraussichtlich schwer krankes oder behindertes Kind, können nicht immer Adoptiveltern gefunden werden, die sich die Aufnahme des Kindes zutrauen. Häufig werden dann Pflegeeltern (Pflege) gesucht, denen Beratung und bei Bedarf weitere Hilfen zur Verfügung gestellt werden. In diesem Fall tragen Sie als leibliche Eltern, anders als bei der Adoption, weiterhin Mitverantwortung für das Kind.

Auch wenn wir Sie für sehr geeignete Adoptionsbewerber halten, können wir Ihnen leider nicht verbindlich zusagen, ob es tatsächlich zu einer Vermittlung kommt. Dies hängt davon ab, ob uns ein Kind, zu dem Sie als Eltern passen würden, zur Vermittlung gemeldet wird, bzw. ob abgebende Eltern Sie als Adoptiveltern für ihr Kind auswählen.

  • Wenn Sie von uns auf ein Kind angesprochen werden, werden ausschließlich Sie angesprochen und stehen nicht in Konkurrenz zu anderen Adoptionsbewerberpaaren. Sie erhalten dann alle wichtigen Informationen über das Kind und haben Zeit zu entscheiden, ob Sie das Kind kennen lernen möchten. 
  • Weitere Informationen zur Säuglingsvermittlung finden Sie unter: Beratung,  (Schwanger)
  • Wenn Sie sich dafür entscheiden und es sich bei dem Kind nicht um einen Säugling handelt, werden wir eine Situation arrangieren, in der Sie das Kind sehen und erleben können, ohne dass das Kind weiß, dass es im Mittelpunkt steht. Dem Kind soll es erspart bleiben, sich abgelehnt zu fühlen, falls sie das Kind nicht annehmen können. 
  • Wenn Sie sich für die Aufnahme dieses Kindes entscheiden, beginnt die Anbahnungsphase.  Es hängt ausschließlich von den Signalen des Kindes ab, ob die Anbahnungsphase wenige Wochen oder Monate dauert, bis das Kind in Ihre Familie übersiedeln kann. 

Beratung und Begleitung der Adoptivfamilie

EVAP begleitet die Adoptivfamilie in der Adoptionspflegezeit bis zum Adoptionsbeschluss und erstellt zum gegebenen Zeitpunkt die fachliche Äußerung für das Familiengericht. Wir stehen auch nach Abschluss des Adoptionsverfahrens beratend zur Verfügung. Bei offener oder teiloffener Adoption sind wir weiterhin vermittelnd zwischen Herkunftsfamilie und Adoptiveltern tätig.

Adoptiveltern werden von uns zu Fortbildungsseminaren und Fachtagungen eingeladen.

Kinder brauchen Eltern

Wir möchten Ihnen für das Bewerberverfahren Mut machen: Sehen Sie es als Chance an, Ihre Lebenssituation und Ihre Motivation, ein Kind adoptieren zu wollen, zu reflektieren, bevor Sie eine so weitreichende Entscheidung treffen, die für Ihr weiteres Leben Bestand haben wird. Wir möchten Sie in diesem Prozess begleiten und Ihnen helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.

Adoptivkinder brauchen das, was alle Kinder brauchen: liebevolle Zuwendung und eine freudvolle, optimistische Familienatmosphäre. Da sie aber schon eine besondere Lebensgeschichte hinter sich haben, brauchen sie mehr als andere Kinder Eltern, die sie sensibel wahrnehmen und sich mit Engagement ihrer besonderen Aufgabe widmen. Dies ist – wie wir finden – eine bereichernde und schöne Aufgabe, die Kraft erfordert und Elternfreude schenkt!

Weitere Informationsmöglichkeiten

  • Telefonisch in unserer Sprechstunde, montags von 13.30 Uhr bis 16.30 Uhr (Termine unter "Beratung" zu finden).
  • Schriftlich durch unsere Buchreihe, die „Wittlaerer Reihe“.