Äthiopien

Adoption aus Äthiopien

 

Im Sommer 2014 mussten wir unsere Arbeit in Äthiopien einstellen. Nach über 23 Jahren Vermittlungstätigkeit und einer engen Verbundenheit mit dem Land, ist uns diese Entscheidung sehr schwer gefallen. Wir sehen jedoch keine Möglichkeit, unsere Adoptionsarbeit, wie wir Sie uns vorstellen und verantworten können, in naher Zukunft fortzuführen.

 

Informationen über Äthiopien und über die dort herrschende soziale Not, die dazu führt, dass viele Kinder im Land nicht angemessen versorgt werden können, finden Sie auf der Internetseite der Kindernothilfe unter dem Stichwort Projekte - Äthiopien.

___________________________________________________________________________________________

 

Ablauf bis zum Adoptionsstopp

EVAP nimmt seit 1991 die Aufgabe der Adoptionsvermittlung von Kindern aus Äthiopien wahr.

Äthiopien ist der Haager Konvention über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Adoption (HAÜ) noch nicht beigetreten. Da Äthiopien kein Vertragsstaat des HAÜ ist, fehlt in Äthiopien der vom HAÜ festgelegte organisatorische und administrative Unterbau für die Adoptionsvermittlung. Dies hat zur Folge, dass die Bedeutung einer engen Kooperation mit einem zuverlässigen Arbeitspartner vor Ort sehr hoch ist. Seit 2003 unterhält EVAP deshalb eine Zweigstelle in Addis Abeba, die vor Ort mit den zuständigen Behörden zusammenarbeitet und das äthiopische Adoptionsverfahren vorbereitet und koordiniert.

Die Kinder, die zur Adoption vermittelt werden, leben in privaten oder staatlichen Kinderheimen. Sie können nur dann von den Kinderheimen zur internationalen Adoption gemeldet werden, wenn die Voraussetzungen hierfür nachweislich erfüllt sind.

Zur internationalen Adoption können gemeldet werden

  • Kinder, deren Eltern verstorben sind. Es muss der Nachweis vorliegen, dass die Eltern tot sind und die mütterlichen und väterlichen Verwandten das Kind/die Kinder nicht versorgen können.
  • Kinder, die verlassen aufgefunden wurden und deren Eltern/leibliche Familien von der Polizei nicht ermittelt werden konnten.
  • Kinder, die Halbwaisen sind und deren noch lebender Elternteil sowie die mütterlichen und väterlichen Verwandten das Kind/die Kinder nachweislich nicht versorgen können.
  • In sehr wenigen Ausnahmefällen Kinder, deren leibliche Eltern zwar noch leben, aber nachweislich „terminally ill“ d. h. todkrank sind. Es muss der Nachweis erbracht werden, dass diese Eltern ihre Kinder tatsächlich nicht mehr versorgen können.

Das Heim, das die Kinder in Obhut hat und das Sorgerecht ausübt, kann diese Kinder bei der zuständigen staatlichen Behörde zur Adoption melden, wenn die geforderten Nachweise vorliegen, und den Adoptionsvertrag unterschreiben. Das Gericht prüft den Vertrag und stimmt der Adoption nur dann zu, wenn die oben beschriebenen Voraussetzungen von der zuständigen Abteilung des für Adoptionen zuständigen Ministeriums (Ministry of Women´s, Children´s and Youth´s Affairs) geprüft wurden und eine befürwortende Stellungnahme abgegeben wurde.

Die Kinderheime und auch die zuständigen Behörden können EVAP nur wenige schriftliche Informationen über die Kinder zur Verfügung stellen. Die Zweigstelle von EVAP sammelt in Äthiopien die verfügbaren Informationen über das Kind, bereitet das Adoptionsverfahren vor, weil dies aufgrund der fehlenden staatlichen Strukturen nicht von den zuständigen Behörden übernommen wird, koordiniert die Durchführung des Verfahrens und bereitet die Ausreise des Kindes vor.